Du möchtest eine Woche nach Lappland und dabei nicht nur an einem Ort bleiben? Genau das wollten wir bei unserer Reise Ende November machen.

Statt uns ausschließlich in Rovaniemi oder Levi einzumieten, haben wir unsere Zeit auf drei verschiedene Regionen verteilt und daraus einen kleinen Winter-Roadtrip durch Finnisch Lappland gemacht.

Unsere Route führte uns von Rovaniemi weiter nach Levi, für einen Tagesausflug nach Ylläs und anschließend noch einmal deutlich weiter in den Norden nach Saariselkä.

Wenn du also nach Ideen für eine Lappland Rundreise für 7 Tage suchst, lässt sich die Route sehr gut als Vorlage verwenden.

Gerade wenn du Lappland nicht nur wegen des Weihnachtsmanndorfs sehen möchtest, sondern verschiedene Landschaften und Wintersportorte kennenlernen willst, fand ich diese Kombination ziemlich gelungen.

Unsere Lappland Rundreise auf einen Blick

Angereist sind wir mit Austrian Airlines von Prag über Wien nach Rovaniemi. Besonders in der Hauptsaison ab Dezember steuern auch einige deutsche Flughäfen Rovaniemi an, Ende November war das noch etwas eingeschränkt.

Ich würde definitiv empfehlen, nach Rovaniemi zu fliegen, denn es ist der größte Ort in Lappland und der beste Ausgangspunkt für eine Rundreise. Alternativ kannst du auch nach Helsinki fliegen und von dort aus mit dem Zug in den Norden fahren.

Verfügbare Flüge kannst du hier checken:

Von Rovaniemi nach Levi sind es rund 170 Kilometer und etwa zwei Stunden Fahrt.

Von Levi nach Ylläs fährst du je nach Startpunkt ungefähr 50 bis 60 Kilometer. Zwischen Levi und Saariselkä liegen ungefähr drei Stunden Fahrt, während für Saariselkä zurück nach Rovaniemi noch einmal rund 260 Kilometer beziehungsweise etwa drei Stunden einzuplanen sind.

Insgesamt ist die Route also durchaus kompakt, aber nicht so vollgepackt, dass du jeden Tag stundenlang im Auto sitzt.

Mit dem Mietwagen durch Lappland

Für unsere Route hatten wir einen Mietwagen von Green Motion und waren mit einem Toyota Corolla unterwegs. Das Automatikgetriebe hat sich auf jeden Fall bewährt bei den winterlichen Straßenverhältnissen und ist sehr zu empfehlen.

Hier kannst du dir einen passenden Mietwagen aussuchen:

Für genau diese Rundreise würde ich auch wieder einen Mietwagen nehmen. Zwischen den größeren Orten gibt es zwar Busverbindungen, beispielsweise zwischen Rovaniemi und Levi, aber spätestens für Tagesausflüge wie unseren Skitag in Ylläs und für die flexiblere Weiterreise nach Saariselkä ist ein eigenes Auto wesentlich angenehmer.

Außerhalb von Rovaniemi sind die Orte außerdem so klein, dass man definitiv ein Auto zum einkaufen benötigt.

Gerade im Winter sollte man allerdings nicht unterschätzen, dass Autofahren in Lappland etwas anderes ist als in Deutschland. Bei uns gehörten Schnee, Eis und viel Dunkelheit einfach zur Reise dazu. Entsprechend würde ich die von Google Maps angezeigte Fahrzeit nicht als verbindlich betrachten und gerade längere Etappen nicht zu knapp kalkulieren.

Tag 1 und 2: Start in Rovaniemi

Nach unserer Ankunft haben wir erstmal unser Apartment bezogen, machten noch einen Einkauf und entschieden uns am ersten Abend für die unkomplizierteste Variante: Nudeln kochen und erst einmal ankommen.

Danach wollten wir ein wenig Rovaniemi in der Dunkelheit entdecken und liefen noch zum Harjulampi-See mit traumhaftem Winterpanorama, durch die Innenstadt und landeten schließlich am Angry Birds Spielplatz.

Dort waren schon einige Leute am rodeln und so haben wir uns kurzerhand eine Plastiktüte geschnappt und sind auch den Hügel runtergerutscht.

Der erste Abend war damit total entspannt zum ankommen und Rovaniemi ist wirklich ein schöner Ort zum spazieren und entdecken.

Rovaniemi zur Weihnachtszeit

Am nächsten Morgen hatten wir mehr Zeit, Rovaniemi richtig anzusehen. Wir schlenderten zunächst durch die Innenstadt, die Ende November bereits entsprechend weihnachtlich aussah. Gerade zu dieser Jahreszeit fand ich die Stimmung dort wirklich schön.

Für ein spätes Frühstück gingen wir ins Coffee House, bevor wir anschließend noch eine kleine Wanderung zu dem Aussichtspunkt Juhannuskalliontie parkkialue machten. Von da aus hatten wir in der Dämmerung (14 Uhr) einen wunderschönen Ausblick

Wenn du mehr Zeit hast, kannst du daraus einen etwas längeren Spaziergang machen. Rund um Ounasvaara gibt es beispielsweise einen präparierten Winterwanderweg mit mehreren Aussichtspunkten und Aussichtsturm.

Weihnachtsmanndorf

Danach ging es zum Santa Claus Village, DEM Aushängeschild schlechthin für Lappland.

Das Weihnachtsmanndorf ist einer der touristischsten Orte der gesamten Route und gehört einfach dazu.

Du kannst dort unter anderem den Polarkreis überqueren, das Postamt besuchen und den Weihnachtsmann treffen. Der Besuch im Santa Claus Office selbst ist derzeit kostenlos, bezahlt werden zusätzliche Fotos oder andere Angebote. Die Einrichtungen haben unterschiedliche saisonale Öffnungszeiten, weshalb ich diese vor deiner Reise noch einmal kontrollieren würde.

Direkt im Weihnachtsmanndorf kann man eine Reihe von Touren buchen. Von Rentier- über Huskyschlittentour, bis hin zu Schneesafaris.

Vor allem für diejenigen die nicht noch weiter reisen wollen, ist das eine richtig tolle Möglichkeit um ein paar typisch finnische Aktivitäten zu erleben.

Abends waren wir im Amarillo essen. Im Vergleich zu den hohen finnischen Preisen war das Restaurant relativ bezahlbar. Wenn du nicht jeden Abend besonders lappländisch essen musst, kann sich ein Blick auf normale Restaurants in den Orten lohnen.

Waren zwei Nächte in Rovaniemi genug?

Für unsere Route fand ich zwei Nächte ziemlich passend.

Wir konnten die Innenstadt sehen, etwas draußen unternehmen und das Weihnachtsmanndorf besuchen, ohne dass sich Rovaniemi zu einem reinen Zwischenstopp entwickelte.

Mit einem zusätzlichen Tag hätte ich wahrscheinlich noch das Arktikum besucht. Dort geht es unter anderem um die Geschichte Lapplands, das Leben in der Arktis und die Natur der Region. Gerade bei schlechtem Wetter wäre das für mich eine gute Alternative.

Wenn dein Hauptziel allerdings Natur, Skifahren und Aktivitäten im Schnee sind, würde ich persönlich nicht unbedingt noch mehr Nächte von Levi oder Saariselkä abziehen, nur um länger in Rovaniemi zu bleiben.

Tag 3: Von Rovaniemi nach Levi

Am 25. November verließen wir Rovaniemi und machten uns auf den Weg Richtung Levi. Die Strecke beträgt ungefähr 170 Kilometer und lässt sich unter normalen Bedingungen in rund zwei Stunden fahren.

Levi fühlte sich direkt anders an als Rovaniemi. Während Rovaniemi noch deutlich mehr Stadt ist, dreht sich hier sehr viel stärker alles um Wintersport und Outdoor-Aktivitäten.

Und genau damit fingen wir auch direkt an. Wir liehen uns Fatbikes aus und fuhren ungefähr 20 Kilometer rund um das Skigebiet. Für mich war das eine ziemlich gute Möglichkeit, gleich am ersten Tag etwas mehr von der Umgebung zu sehen. Allerdings ist es trotz Elektroantrieb teilweise wirklich schwer durch den tiefen Schnee zu fahren. Ein E-Fatbike ist ein absolutes Muss im Winter!

Danach checkten wir in unser Airbnb ein, einem Haus mit eigenem Whirlpool!

Gerade bei einer Lappland Rundreise würde ich bei der Unterkunft tatsächlich etwas genauer überlegen, welche Ausstattung man wirklich nutzt. Wir haben den Pool wirklich gern genutzt und dennoch recht wenig für das Haus bezahlt. Absolut empfehlenswert!

Tag 4: Skifahren in Ylläs

Am nächsten Morgen liehen wir uns Ski aus. Allerdings blieben wir damit nicht in Levi, sondern fuhren nach Ylläs. Ende November waren nur wenige Pisten geöffnet und in Levi waren diese alle rot.

Da das mein erstes Mal auf Skiern nach 12 Jahren war, zogen wir die grün – blauen Pisten in Ylläs vor. Von Levi aus waren das ungefähr 50 bis 60 Kilometer und rund 45 Minuten Fahrt.

Wir verbrachten den Tag im Skigebiet und gingen anschließend im Panimo Pub essen. Auch dort fanden wir die Preise für finnische Verhältnisse relativ angenehm.

Wenn du allerdings den Fokus auf Skifahren legst, dann solltest du erst ab Dezember nach Lappland reisen. Dann öffnet auch das traumhafte Ski Resort in Ruka, wo es auch eine kilometerlange Rodelbahn gibt.

Nordlichter am See anschauen

Zurück in Levi ging es für uns noch einmal in den Whirlpool. Unser Airbnb lag direkt an einem See, der für Nordlichter bekannt ist. Somit konnten wir uns überteuerte Touren sparen und liefen einfach 5 Minuten zu Fuß dahin.

Für mich war das ernüchternde Fazit: auf Bildern sehen die Lichter unfassbar toll aus, mit bloßem Auge hat man jedoch kaum was erkennen können.

Wenn das Wetter und die Aurora Aktivität passen und du einen Mietwagen hast, kannst du dir selbst einen dunklen Platz außerhalb stärker beleuchteter Bereiche suchen.

Eine geführte Tour kann natürlich trotzdem sinnvoll sein, wenn du dich nicht selbst mit Wolkenkarten, Straßen und geeigneten Standorten beschäftigen möchtest.

Tag 6: Schneemobiltour und weiter nach Saariselkä

Tag 5 fiel für uns alle aufgrund einer unschönen Lebensmittelvergiftung flach. Schuld war vermutlich ein Snack aus dem Supermarkt. Zum Glück konnten wir unsere geplante Schneemobiltour auf den Folgetag verschieben und die nette Dame konnte sogar Deutsch sprechen.

Somit checkten wir morgens aus unserer Unterkunft aus und machten uns auf zum Startpunkt. Wir hatten eine Gruppe aus ca. 10 Schneemobilen und bekamen erstmal dicke Overalls ausgeliehen, denn wir hatten an diesem Tag -16 Grad!

Die Tour führte durch eine traumhafte Schneelandschaft, bis wir am Zwischenstopp angekommen sind. Dort bekamen wir warmen Glöggi und Kekse und konnten uns erst einmal wieder aufwärmen.

Danach kann der Fahrer gewechselt werden und es geht wieder zurück zum Start. Insgesamt war das eine tolle Erfahrung.

Danach begann die neue Etappe unserer Rundreise: von Levi weiter nach Saariselkä.

Für die Strecke solltest du ungefähr drei Stunden kalkulieren. Gerade Ende November würde ich sie nicht unnötig spät starten, da die Tage in Lappland zu dieser Jahreszeit ohnehin sehr kurz sind.

In Saariselkä kamen wir im Fell Centre Kiilopää unter. In dem Hotel hatten wir Frühstück inklusive, es fährt ein Ski Bus und der für uns größte Pluspunkt: Sauna und Eisbaden im See waren möglich!

Tag 7: Kiilopää, Sauna und Eisbaden

Nach dem Frühstück ging es am nächsten Morgen wieder nach draußen. Wir machten eine Wanderung in Richtung Kiilopää Fell. Gerade Saariselkä mochte ich dafür, dass der Fokus nochmal stärker auf Natur und Ruhe lag.

In der Region gibt es verschiedene markierte Winter- und Schneeschuhrouten rund um Kiilopää. Wenn du unsere Route nachreisen möchtest, würde ich vor Ort trotzdem immer prüfen, welche Wege aktuell begehbar beziehungsweise präpariert sind.

Nach der Wanderung folgte für uns ein ziemlich finnischer Nachmittag: Sauna und Eisbaden. Bei einer Außentemperatur von -7 Grad trauten wir uns in das eiskalte Seewasser. Der Vorteil zu anderen gängigen Eisbad-Touren war, dass wir direkt wieder im warmen Hotel waren.

Abends gingen wir noch in Anne’s Garden Grill & Café essen und ließen den Tag anschließend mit ein paar Spielen ausklingen.

Reichen zwei Nächte in Saariselkä?

Für unsere Reise waren die zwei Nächte okay, weil Saariselkä bewusst der ruhigere Abschluss werden sollte.

Wenn du allerdings auch Kaunispää, eine Huskytour oder weitere Wanderungen machen möchtest, würde ich eine dritte Nacht einplanen.

Gerade weil die Anreise aus Levi und die Rückfahrt nach Rovaniemi jeweils mehrere Stunden dauern, bleibt bei zwei Nächten effektiv nur ein kompletter Tag vor Ort. Wenn ich wieder nur 7 Tage für eine Rundreise hätte, würde ich die 2 Nächte Saariselkä wieder so planen

Tag 8: Zurück nach Rovaniemi

Da waren wir auch schon am Ende unserer Rundreise angelangt. Von Saariselkä ging es mit dem Mietwagen zurück nach Rovaniemi. Die Strecke beträgt ungefähr 258 Kilometer und die reine Fahrt dauert rund drei Stunden.

Das könnte die logistische Schwachstelle dieser Route sein, vor allem wenn der Rückflug zeitig geht. Saariselkä ist ein schöner letzter Stopp, aber wenn dein Rückflug ab Rovaniemi geht, musst du am Abreisetag noch eine ziemlich lange Winterfahrt zurücklegen.

Alternativ könnte man die Rundreise andersherum planen und Rovaniemi als letzten Stop buchen.

Optionale Aktivitäten für deine Lappland Rundreise

In Rovaniemi würde ich bei schlechtem Wetter das Arktikum ergänzen. Wenn du einen zusätzlichen Outdoor-Tag hast, eignet sich Ounasvaara.

In Levi könntest du statt unseres Tagesausflugs nach Ylläs direkt einen Skitag in Levi einplanen oder eine weitere Winteraktivität buchen.

In Ylläs würde ich neben Skifahren vor allem Winterwandern oder Schneeschuhwandern interessant finden. Insgesamt gibt es dort ein sehr großes Netz an Winterwegen, dessen tatsächliche Öffnung allerdings immer von den aktuellen Schneeverhältnissen abhängt.

Und in Saariselkä wären Kaunispää sowie eine Rentier- oder Huskytour meine wahrscheinlichsten Ergänzungen.

Ich würde aber nicht versuchen, all diese Aktivitäten in sieben Nächte zu pressen. Wenn du jedoch mehr Zeit hast oder weniger Stops planst, kannst du an den entsprechenden Orten natürlich ganz einfach ein paar Aktivitäten ergänzen.

Würde ich unsere Lappland Rundreise wieder genauso planen?

Fast. Die grundsätzliche Route Rovaniemi – Levi – Ylläs – Saariselkä würde ich wieder wählen. Die Orte waren unterschiedlich genug, dass ich nicht das Gefühl hatte, ständig dieselbe Winterlandschaft mit einem anderen Hotel zu sehen.

Auch zwei Nächte in Rovaniemi würde ich beibehalten. Für Innenstadt, Weihnachtsmanndorf und einen ersten Eindruck war das für uns ausreichend.

Levi würde ich beim nächsten Mal eventuell vier statt drei Nächte geben. Levi ist so ein bisschen der Sweet Spot aus Natur und dennoch ein wenig Action (es gibt sogar Aprés Ski!)

Dort gibt es auch die meisten Outdoor Aktivitäten zu buchen, ohne dass man noch weiter nördlich fahren müsste.

Für unsere Aktivitäten haben zwei Nächte in Saariselkä funktioniert. Möchtest du jedoch mehrere Ausflüge dort unterbringen, sind drei Nächte entspannter.

Die größte Änderung würde ich am Ende der Route vornehmen: Wenn Flugpreise und Verbindungen passen, würde ich versuchen, nicht wieder bis Rovaniemi zurückfahren zu müssen, sondern einen Rückflug über Ivalo zu prüfen. Oder nochmal eine Nacht einzulegen.

Mit sieben Nächten ist unsere Variante gut machbar, allerdings könnte man sie auch entspannt auf 8 bis 10 Nächte ausdehnen, ohne dass es langweilig wäre.

Fazit zu unserer Winter Rundreise durch Finnisch Lappland

Unsere Lappland Rundreise war genau deshalb spannend, weil sie sich nicht nur auf Rovaniemi und das Weihnachtsmanndorf beschränkt hat.

Rovaniemi gab uns zum Einstieg Weihnachtsstimmung und etwas Stadtleben. In Levi und Ylläs wurde die Reise mit Fatbike, Skifahren, Nordlichtern und Schneemobil deutlich aktiver. Saariselkä fühlte sich anschließend wie der ruhigere, naturverbundenere Abschluss an.

Aber all das sind Momente gewesen, die man nie vergisst. Diese bitterkalten Tage, die warmen Abende in der Sauna oder dem Whirlpool und diese ganz besondere Weihnachtsstimmung in der Luft sind unvergleichbar.

Wenn du zum ersten Mal nach Finnisch Lappland reist und sowohl Rovaniemi als auch kleinere Wintersportorte und die Natur weiter im Norden kennenlernen möchtest, finde ich die Kombination sehr gelungen.

Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Reise planen!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert