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Sansibar war für mich lange ein absolutes Traumziel, genau wie für viele andere Menschen auch. Wir alle kennen diese Bilder von puderzuckerweißen Stränden, türkisblauem Wasser und Palmen, die sich im Wind bewegen.
Genau so stellt man sich einen perfekten Urlaub vor. Und schonmal vorweg gesagt: genau das bekommst du dort auch. Aber auch im schönsten Urlaubsparadies ist nicht alles Gold, was glänzt.
Diese Reise war mehr als nur schöne Strände. Sie war chaotisch, manchmal unerwartet und manchmal auch ganz anders, als ich es mir vorher ausgemalt hatte. Und genau deshalb ist sie mir so im Kopf geblieben.
Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, nach Sansibar zu reisen, bekommst du hier einen ersten Überblick über Reiseroute, Hotels und Ausflüge. Inklusive einem ehrlichen Einblick, wie sich diese 12 Tage wirklich angefühlt haben.
Die Anreise von Deutschland aus

Aber beginnen wir mal von vorn. Unsere Reise startete in Köln, von wo aus wir mit Turkish Airlines über Istanbul direkt nach Sansibar geflogen sind. In Summe sind das ca. 14:30h Flugzeit gewesen, wobei wir knappe 4h Umstiegszeit in Istanbul hatten.
Das gute an dieser Verbindung ist, dass die Zubringerflüge von fast allen deutschen Flughäfen aus starten und dich bequem nach Istanbul bringen. Den Service und den generellen Komfort mit Turkish Airlines kann ich wirklich nur empfehlen.
Hier kannst du direkt checken, ob es eine passende Verbindung für dich gibt:
Da wir Nachts um 2 gelandet sind, hatten wir uns bereits online einen Hoteltransfer gebucht, der aber leider nicht erschienen ist. Letztendlich haben wir uns mit einem holländischen Paar ein Taxi nach Stone Town geteilt, da sie von ihrem gebuchten Transfer ebenfalls versetzt wurden. Das scheint also nicht unüblich zu sein.
Die optimale Reiseroute
Sansibar ist viel mehr als ein klassisches All Inclusive Urlaubsziel. Natürlich findet man auch einige typische Resorts, was aber in meinen Augen weder notwendig, noch lukrativ ist.
Wir haben uns im Voraus informiert, welche Orte sehenswert sind und haben uns daraus die Reiseroute zusammengebastelt. Auf einen Mietwagen wollten wir verzichten und stattdessen private Fahrer buchen.

Unser optimaler Plan sah also folgendermaßen aus:
- 2 Tage Stone Town
- 5 Tage Paje
- 5 Tage Nungwi
Den ersten Transfer von Stone Town nach Paje haben wir noch von Deutschland aus über Viator gebucht.
Für die weiteren Transfere wollten wir ein wenig Flexibilität behalten und vor Ort schauen, was sich ergibt. Dazu später mehr.
Stone Town fühlt sich anders an als erwartet


Als wir angekommen sind, war es schon drei Uhr morgens. Ich hatte bereits eine eSim für mein Handy aktiviert und somit wollten wir mit Hilfe von Maps die letzten 5 Minuten zu Fuß zum Hotel laufen, da das Taxi die engen Straßen kaum entlang kam.
Die Gassen im Zentrum von Stone Town sind extrem eng, kaum beleuchtet und Nachts um 3 ein wenig gruselig. Es war zwar alles friedlich aber dennoch würde ich das nicht unbedingt empfehlen.
Endlich im Hotel angekommen, gab es leider trotzdem nicht viel Schlaf. Um halb acht saß ich schon wieder beim Frühstück. Für uns ging es nämlich direkt am ersten Tag nach Prison Island und zur Nakupenda Sandbank.
Einen detailreichen Bericht zu all unseren Ausflügen und auf Sansibar – und ob ich sie empfehlen kann – findest du in diesem extra Artikel.
Stone Town ist auf jeden Fall eine etwas andere Art von Hauptstadt. Es ist laut, eng, lebendig und an manchen Stellen auch etwas chaotisch. Genau das macht es aber auch spannend. Man hat das Gefühl, wirklich mitten im echten Leben zu sein und nicht nur an einem perfekten Urlaubsort.
Stone Town lädt dazu ein, einfach durch die Gassen zu schlendern, Restaurants auszuprobieren und sich ein wenig vom Alltag treiben zu lassen. Überall gab es etwas zu sehen.
Unser Hotel, das Antonio Garden Hotel, hatte die perfekte Ausgangslage zentral in Stone Town gelegen und konnte nach einem anstrengenden Tag sogar mit einem Pool überzeugen.

Eine detaillierte Hotel Review zu unseren 3 Hotels in Sansibar findest du in diesem Artikel, inklusive alternativer Vorschläge, falls du noch auf der Suche nach dem passenden Hotel bist. 🙂
Ein weiterer Moment, der definitiv in Erinnerung geblieben ist, war komplett selbst verschuldet. Beim Geld abheben ist meine Kreditkarte im Automaten stecken geblieben und wurde nicht mehr herausgegeben.
Auf dem Bon stand nur „reported as stolen“. Im Nachhinein habe ich herausgefunden dass die Karte sowieso schon abgelaufen war und dass Probleme mit den Bankautomaten auf Sansibar auch an der Tagesordnung sind.
Es ist also empfehlenswert, nur kontaktlos Geld abzuheben oder bestenfalls genügend Bargeld mitzubringen. Warum die Bargeldreserve uns noch den Urlaub gerettet hat, erfährst du später noch.
Paje – endlich angekommen im Paradies


Nach den ersten 2 Tagen ging es weiter nach Paje. Schon auf dem Weg dorthin merkt man, wie sich die Insel verändert.
Weniger Stadt, mehr Natur, mehr Wellblechhütten. Unterwegs fing es an aus Strömen zu Regnen, damit muss man in Sansibar vor allem in der Regenzeit rechnen. Wir waren Ende Oktober / Anfang November auf Sansibar, während der so genannten „kleinen Regenzeit“.
Im Hotel angekommen, gab es ein Begrüßungsgetränk und wir haben sofort die schöne Anlage ins Herz geschlossen.
Als wir zum Zimmer geführt wurden, konnten wir unseren Augen kaum glauben denn wir haben offenbar ein Upgrade bekommen und hatten direkten Pool- und Meerblick vom Bett aus! Das Zimmer war groß, modern und genau das, was man sich an einem tropischen Urlaubsort nur wünschen kann.
Wir haben das Jambo Resort by Mambo Hotels in Paje gebucht, genauere Infos zum Hotel findest du auch wieder in meinem Hotelreview.
Die Tage einfach vorbeiziehen lassen
Die Zeit in Paje hatte einen ganz anderen Rhythmus (zum Teil auch unfreiwillig – dazu gleich mehr) Es gab keine festen Pläne, wir wollten alles spontan halten.
Am ersten Tag in Paje hat es nochmal sehr stark geregnet, weswegen wir uns die Zeit mit Sodoku und Kniffel im Hotelrestaurant vertrieben haben.
Als wir am Nachmittag in einer Regenpause Wasser kaufen gehen wollten, haben wir nicht schlecht gestaunt. Eine ordentliche Kanalisation mit Gullideckeln sucht man auf Sansibar vergeblich, und so mussten wir durch kniehohes Wasser stiefeln.

Paje ist zwar einer der beliebtesten und größten Orte auf Sansibar, aber dennoch ist nicht allzu viel los. In dem Dorf wohnen viele Einheimische und es eignet sich gut um die lokale Küche in den Restaurants auszuprobieren.
Wir haben uns selbst Abends immer sicher gefühlt, auch wenn die Straßenverhältnisse wirklich zu Wünschen übrig lassen.
Für die Zeit in Paje hatten wir keine Ausflüge gebucht, da die meisten Angebote in Nungwi (unserem dritten Stop) deutlich günstiger waren. Wir hatten uns die Option zum Kitesurfen noch offen gehalten, haben uns dann letztendlich aber dagegen entschieden.
Zum Kiten eignet sich Paje übrigens super und direkt an unserem Hotel war auch eine Kite Schule gelegen. Je nach Wetter konnte man vom Pool aus auch zuschauen, wie sich die bunten Segel über dem Wasser bewegten.

Und dann kam alles etwas anders, als erwartet. Zuerst dachten wir, das Hotel WLAN hätte Probleme. Mein mobiles Internet ist jedoch ebenfalls ausgefallen und so haben wir die erste offline Zeit einfach mal genossen und viel Zeit am Pool mit Lesen verbracht.
Am dritten Tag ohne Internet wurden wir dann aber langsam ungeduldig, schließlich stand die Weiterreise nach Nungwi an und wir hatten noch keinen Transfer. Das Hotelpersonal berichtete, dass aufgrund der Präsidentschaftswahlen das Internet ausgestellt wurde, wir uns keine Sorgen machen brauchen und es nach 3 Tagen wohl wieder funktionieren solle.
Das Internet kam nicht zurück und somit haben wir auf der Straße einen Taxifahrer für den nächsten Tag angefragt. Das war kein Problem, er gab uns seine Nummer und stand auch pünktlich zur Abreise am Hotel.
Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Der Internetausfall hat auch für eine Knappheit an Sprit und Bargeld gesorgt. Der US Dollar, mit dem wir bis dato immer gezahlt haben, hat schlagartig an Wert verloren und Kartenzahlung ist in Tansania sowieso kaum verbreitet.
Ab dem Zeitpunkt wären wir an keine Bargeldreserven mehr gekommen und hatten großes Glück, dass wir genügend Geld in USD noch dabei hatten um über die Runden zu kommen.
Neue Eindrücke in Nungwi


Mit unserem Fahrer machten wir noch einen Zwischenstopp im Jozani Wald, wo wir eine einstündige Tour gebucht hatten. Anschließend ging es weiter nach Nungwi, unserem letzten Hotel.
Nungwi und Kendwa sind für Sansibar Verhältnisse sehr teuer. Hier findet man die all-inclusive Hotels aller namenhaften Ketten, denn hier gibt es die schönsten Strände der Insel.
Wir haben uns für die Nungwi Beach Bungalows entschieden, ein kleines Boutique Hotel mit nur 10 Zimmern.
Nungwi ist deutlich lebhafter, lauter und touristischer als Paje. Hier bemerkten wir auch erstmalig, wie aufdringlich die Straßenverkäufer, aber vor allem auch die sogenannten „Beach Boys“ sein können.
Am Strand wurden wir alle 10 Meter von einem der traditionell gekleideten Massai Männer angesprochen. Sie wollen Dinge verkaufen, Touren anbieten oder einfach nur Kontakte knüpfen. Das war in Paje deutlich angenehmer.
Wie überall in Sansibar, sind die Strände auch in Nungwi enorm von Ebbe und Flut geprägt. Bei Flut hat Nungwi aber wirklich das schönste Wasser der gesamten Insel.
Einen kleinen Realitätscheck gab es dann beim Zurücklaufen durch ein einheimisches Dorf. Was auf den ersten Blick häufig nicht ersichtlich ist, wurde hier ganz deutlich: wie bitterarm die Menschen auf der Insel leben und wie groß das Müllproblem ist.

Die Erlebnisse
In Nungwi wurden wir dann nochmal etwas aktiver und haben ein paar der typischen Ausflüge auf Sansibar ausprobiert.
Unter anderem waren wir mit dem Boot unterwegs, um Delfine zu sehen und am Mnemba Atoll zu schnorcheln. Gerade unter Wasser hat mich Sansibar wirklich überrascht. Das Wasser ist unglaublich klar und man sieht deutlich mehr Fische, als ich erwartet hätte.
Außerdem haben wir eine Quad Tour gemacht, bei der wir selbst über die Insel gefahren sind. Teilweise über Straßen, teilweise offroad durch kleinere Dörfer. Das war nochmal eine ganz andere Art, die Insel zu erleben und hat einen Einblick gegeben, den man sonst wahrscheinlich nicht bekommen hätte.
Am letzten Abend haben wir uns dann noch auf ein traditionelles Dhow Boot gewagt. Während die Sonne langsam im Meer versunken ist, wurde alles ruhiger und man hatte nochmal Zeit, die letzten Tage Revue passieren zu lassen.
Wenn du wissen möchtest, welche Ausflüge sich wirklich lohnen und worauf du achten solltest, habe ich dazu einen separaten Artikel geschrieben, in dem ich alles nochmal ausführlicher eingehe.
Dinge, die mich überrascht haben

Sansibar hat mich in vielen Punkten überrascht, sowohl positiv, als auch negativ.
Was sofort auffällt, ist die Offenheit der Menschen. Viele sind unglaublich freundlich, sprechen dich direkt an und sind interessiert. Für uns wirkt das teilweise ungewohnt, weil wir es aus dem Alltag so nicht kennen.
Trotzdem haben wir uns auch abends sicher gefühlt und konnten uns frei bewegen, ohne negative Erfahrungen zu machen.
Gleichzeitig gibt es aber auch eine andere Seite der Insel, die man nicht ignorieren kann.
Müll, regelmäßige Stromausfälle und eine sichtbare Armut gehören genauso zum Alltag wie die traumhaften weißen Strände. Dieser Kontrast ist teilweise schwer auszublenden und sorgt dafür, dass man die Reise nochmal ganz anders wahrnimmt.
Damit du bestens vorbereitet in deine Sansibar Reise starten kannst, findest du nochmal alles, was du vorher wissen solltest, in diesem Beitrag hier.
Das Internet kam im Übrigen erst nach 6 ganzen Tagen wieder, in denen wir komplett von der Außenwelt abgeschottet waren. Das wahre Ausmaß wurde den Touristen vorenthalten, es gab nämlich schlimme Ausschreitungen in Tansania (teils auch auf Sansibar) nach der Präsidentschaftswahl.
Das hat mir mal wieder bewiesen, wie schnell man in unglücklichen Situationen landen kann und wie machtlos man sich darin fühlt.
Mein Fazit zu 12 Tagen Sansibar
Sansibar ist kein perfektes Reiseziel. Und genau das macht es so besonders.
Du bekommst wunderschöne Orte, authentische Begegnungen und Momente, die in Erinnerung bleiben. Für mich war es eine Reise, die ich genau so wieder machen würde.
Vielleicht nicht wegen der perfekten Strände, sondern wegen der Mischung aus allem. Und genau das ist es, was Sansibar für mich ausmacht.


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