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Sansibar ist nicht nur ein Ort für Strand und Entspannung. Auch wenn viele genau danach suchen, gibt es auf der Insel einige Ausflüge, die du nicht verpassen solltest und von fast jedem Hotelstandort aus angeboten bekommst.
Genau hier wird es aber schnell etwas unübersichtlich. Es gibt zwar eine große Auswahl an Touren und Aktivitäten, aber nicht jeder Urlaubsort auf der Insel ist gleichermaßen gut angebunden an das Tourangebot.
Darüber hinaus sehen viele Touren auf den ersten Blick traumhaft aus, sind aber vor Ort nicht immer so entspannt, wie man es sich vorstellt. Gleichzeitig gibt es aber auch echte Highlights, die du auf keinen Fall verpassen solltest.
Ich nehme dich hier mit durch die Ausflüge, die wir gemacht haben und gebe dir eine ehrliche Einschätzung, was sich wirklich lohnt, worauf du achten solltest und wo du die passenden Tourangebote finden kannst.
Prison Island und Nakupenda Sandbank

Wenn du so wie wir in Stone Town deine Reise startest, wirst du ziemlich schnell auf diese Kombination stoßen.
Zuerst geht es mit einem Boot zur Prison Island. Häufig wirst du schon beim Betreten des Bootes nach der obligatorischen Naturschutzgebühr gebeten. Das waren in unserem Fall nochmal 12€ pro Person on Top.
Angekommen auf Prison Island wirst du erstmal von dem traumhaften Strand und dem türkisblauen Wasser überrascht. Auf der Insel leben riesige Schildkröten, die du aus nächster Nähe sehen kannst.
Die Schildkröten kommen nur auf sehr wenigen Inseln weltweit vor, ich selbst habe sie schon mal auf Mauritius gesehen. Auf Sansibar waren die ersten 4 Schildkröten mal ein Geschenk von den Seychellen und seitdem haben sie ihren Bestand ordentlich vergrößert.
Es blieb noch ein wenig Zeit, die Insel und das kleine Museum mit Edelsteinen zu besuchen, Fotos zu machen und zu schlendern.
Danach geht es weiter zur Nakupenda Sandbank. Und das ist genau das, was man sich unter Sansibar vorstellt.
Weißer Sand, klares Wasser und eine Kulisse, die fast schon zu perfekt wirkt. Hier gab es in aufgestellten Zelten was zum Mittagessen und man konnte noch etwas schnorcheln.
Ein paar Punkte, den man wissen sollte:
- Im Wasser gibt es teilweise Seeigel. Also unbedingt Wasserschuhe mitnehmen und darauf achten, wo du hintrittst.
- Es gibt es auf der Sandbank keine Möglichkeit, eine Toilette zu benutzen. Das solltest du vorher auf Prison Island erledigen
Mein Fazit
Der Ausflug ist perfekt für den Einstieg und gerade von Stone Town (hier findest du meinen Hotel Guide) aus ein Ausflug mit angenehmer Länge. (ca. 5-6h) Gerade wenn du noch nicht lange auf der Insel bist, bekommst du hier direkt das typische Sansibar Gefühl.
Aber auch von den anderen Orten kannst du diese Tour antreten, dann buchst du dir am besten eine mit Transfer. Hier findest du unsere gebuchte Tour und Alternativen dazu:
Alter Sklavenmarkt und Evangelische Kirche


Einen traurigen, aber realen Einblick in die Geschichte Sansibars erhältst du am alten Sklavenmarkt. Der Eintritt von 5 USD pro Person beinhaltet auch einen privaten Guide, der viel zur Geschichte erzählt.
Die evangelische Kirche wurde auf dem ehemaligen Sklavenmarkt gebaut und steht nun als Denkmal dort, genau so wie das bekannte Denkmahl.
Es werden auch die Räume gezeigt, in denen die Sklaven gefangen gehalten wurden. Am Ende der Führung gibt es noch ganz viele Tafeln zum Nachlesen der Entwicklung des Sklavenhandels in Sansibar.
Wenn du einen Aufenthalt in Stone Town planst, solltest du dir das definitiv ansehen. Es ist zwar erdrückend, aber dennoch sehr interessant.
Jozani Forest: Dschungel mit Äffchen

Der Jozani Forest ist eine komplett andere Erfahrung im Vergleich zu den typischen Strandtouren.
Du läufst mit einem Guide durch den Wald und siehst mit etwas Glück die bekannten Colobus Affen. Die Tiere sind ziemlich entspannt und lassen dich relativ nah heran.
Ein weiterer Teil der Tour führt durch die Mangroven. Holzstege führen dich durch das Wasser und geben nochmal einen ganz anderen Eindruck von der Landschaft.
Die Tour selbst dauert etwa eine Stunde und ist eine angenehme Abwechslung zu den Strandtagen. Es gibt aber auch längere Touren, bei denen du noch Kajak fahren kannst oder andere Highlights mit erleben kannst. Das ist vor allem für diejenigen ohne Mietwagen eine Alternative.
Mein Fazit
Kein absolutes Must Do, aber eine schöne Ergänzung, wenn du auch eine andere Seite von Sansibar sehen möchtest.
Wir haben keine komplette Tour gebucht, sondern den Ausflug mit unserem Transfer von Paje nach Nungwi verbunden. Direkt am Wald kann man dann einfach eine geführte Tour für 12 USD buchen.
Delfine und Schnorcheln auf Mnemba Island


Die Tour zur Mnemba Island gehört zu den beliebtesten Ausflügen auf Sansibar und deswegen wollten wir das unbedingt erleben. Entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen.
Die Startzeit kann recht flexibel gewählt werden, wir sind zu Fuß zum Strand von Nungwi gelaufen und legten 9 Uhr mit dem Boot ab.
Schon kurze Zeit später sahen wir die ersten Delfine. Unser Boot fuhr den Delfingruppen hinterher und dann musste es schnell gehen, Schnorchel aufgesetzt und ab ins Wasser.
Natürlich waren wir nicht die einzige Gruppe, die mit Delfinen schnorcheln wollten und somit entstand daraus eine kleine Hetzjagd. Von dem Stop und Go des Bootes wurde mir ziemlich übel, die Tour ist also definitiv nicht empfehlenswert wenn du schnell seekrank wirst.
Insgesamt hielten wir ca. 5-7 mal in der Nähe der Delfine an, ich selbst bin nur ein mal ins Wasser gesprungen. Und das hat sich definitiv gelohnt! Geschätzte 10 Meter unter mir sah ich eine ganze Gruppe an Delfinen vorbei schwimmen und das war ein unfassbar magischer Moment!

Danach ging es weiter in Richtung Mnemba Island. Die Insel ist eigentlich eine Sandbank und nur bei Ebbe zu sehen. Wir machten einen kurzen Stop um auf die Flut zu warten, währenddessen gab es am Boot frisches Obst und wir machten ein paar Bilder auf der Sandbank.
Das Wasser ist unfassbar schön und vermittelt das typische Sansibar Feeling. Als der Wasserspiegel hoch genug war, fuhren wir nochmal ein paar Meter zum Atoll raus. Dort hatten wir ca. eine Stunde Zeit um zu schnorcheln.
Das Wasser ist extrem klar und du siehst unglaublich viele Fische. Teilweise schwimmen ganze Schwärme direkt an dir vorbei und du hast das Gefühl, mitten in einem Aquarium zu sein.
Am Nachmittag ging es dann mit dem Boot zurück in Richtung Nungwi Beach. Wir hielten nochmal an einer Stelle, an der es viele Seesterne gab. Der Tourguide holte einige Seesterne zum Betrachten raus.
Was ich zu dem Zeitpunkt leider nicht wusste: Seesterne sollten niemals aus dem Wasser genommen werden oder gar mit bloßen Händen berührt werden. Das kann für sie tödlich enden. Die Tourguides sollten das eigentlich besser wissen.
Mein Fazit
Der Ausflug ist sein Geld definitiv wert und es ist von vorn bis hinten ein wirklich einzigartiges und magisches Erlebnis.
ABER das Tierwohl steht hier definitiv nicht an erster Stelle. Sowohl bei der „Jagd“ nach Delfinen, als auch bei den Seesternen wird nicht darauf geachtet, ob es den Tieren schaden könnte. Das finde ich im Nachhinein wirklich sehr schade.
Quad Tour mit Besuch von einem einheimischen Dorf

Bei der Quadtour wusste ich nicht so richtig, was mich erwarten wird. Ich bin im Straßenverkehr schon immer sehr unsicher und mir war ein wenig mulmig bei dem Gedanken an den Linksverkehr.
Für diese Tour mussten wir jedoch nicht mal unseren Führerschein vorzeigen. Nach einer kurzen Übung auf dem Hof ging es los. Wir teilten uns zu zweit ein Quad und waren allein mit dem Tourguide unterwegs.
Am Anfang fuhren wir noch die Hauptstraße entlang und dann ging es durch unbefestigtes Gelände, auf dem es uns ordentlich durchgeruckelt hat. Es hat aber total viel Spaß gemacht.
Zuerst hielten wir an einem Aussichtspunkt, von dem aus wir eine Sandbank sehen konnten. Weiter ging es in das Dorf Mbuyuni.
Schon auf den ersten Metern im Dorf rannten die Kinder auf uns zu, winkten und lachten. Als wir parkten, wurden wir direkt im Empfang genommen und uns wurde der traditionelle Baum im Dorf gezeigt und ein wenig über die Geschichte erzählt.
Zuletzt durften wir sogar ein Haus von innen anschauen. Am Ende wird allerdings „erwartet“, dass man etwas zurückgibt. Es gibt Süßigkeitenpakete für die Kinder zu kaufen, die auch schon ungeduldig warten.
Das trübt das Erlebnis ein wenig. Wir waren allerdings darauf vorbereitet und hatten bereits ein paar kleine Geschenktüten mit Süßigkeiten, Stiften und anderen Kleinigkeiten vorbereitet.
Mein Fazit
Es war – im Rahmen des Möglichen – eine sehr authentische Erfahrung. Wenn du nicht nur die touristische Seite sehen willst, lohnt sich das auf jeden Fall.
Du bekommst Einblicke, die man als Tourist sonst eher nicht sieht. Genau das macht die Tour so besonders. Nimm aber lieber ein wenig Geld mit, damit du am Ende der Tour den Kindern auch was zurückgeben kannst. (Sofern du möchtest)
Dhow Sunset Cruise als perfekter Abschluss

Die Sunset Cruise war an unserem letzten Abend nochmal ein kleines Highlight. Du sitzt auf einem traditionellen Holzboot, fährst langsam aufs Meer hinaus und beobachtest, wie die Sonne untergeht.
Es gibt Live Musik auf traditionellen Instrumenten, frisches Obst und eine extrem entspannte Atmosphäre.
Nach den teilweise hektischen Ausflügen war das genau das Richtige, um den Urlaub zu beenden.
Mein Fazit
Klare Empfehlung. Perfekt als Abschluss oder einfach für einen entspannten Abend. Die Tour hat mit ihren 2-3 Stunden auch eine perfekte Länge.
Wir wurden sogar am Hotel abgeholt und auch wieder zurückgebracht. Das war Preis-Leistungstechnisch wirklich gut.
Welche Ausflüge lohnen sich wirklich
Falls du nicht genügend Zeit auf der Insel hast, um alle Ausflüge zu buchen, dann würde ich folgende Ausflüge priorisiert empfehlen:
- Schnorcheln auf Mnemba Island für die wunderschöne Unterwasserwelt und das wunderschöne Wasser rund um die Sandbank
- Prison Island und Nakupenda für eine Mischung aus Geschichte und dem typischen Sansibar Insel-Feeling. Lohnt sich besonders, wenn du eine Unterkunft in Stone Town hast
- Die Sunset Tour, wenn du etwas ruhiger magst
Alles andere ist eine schöne Ergänzung, aber kein Muss. Wenn du eher Action liebst, kannst du die Sunset Tour auch durch die Quad Tour und/oder eine Jetski Tour ersetzen
Fazit zu den Ausflügen auf Sansibar
Obwohl Sansibar eine recht kleine Insel ist, kannst du dir die Zeit wirklich gut vertreiben. Egal ob Strand, Wasser, Dschungel oder Action: hier kann jeder was finden.
Für unsere 12 Tage Aufenthalt (hier kommst du zum gesamten Reisebericht), war das genau das richtige Maß an Ausflügen und ich empfehle jedem der Sansibar besucht, das Hotel auch mal zu verlassen und die Insel ein bisschen besser kennenzulernen.
Nungwi/Kendwa hat sich hierbei als wesentlich besserer Startpunkt für Ausflüge herausgestellt als Paje/Jambiani.
Viele Ausflüge werden von Paje aus gar nicht angeboten, oder kosten deutlich mehr. Das solltest du bei deiner Reiseplanung eventuell berücksichtigen. Falls du einen ausführlichen Hotelguide benötigst, schau auch gern in meinem separaten Artikel zu dem Thema vorbei!
Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren! Viel Spaß und bis zum nächsten Mal!


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