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Weiße Strände, türkisblaues Wasser, ein bisschen Entspannung und vielleicht noch ein paar Ausflüge zwischendurch. Genau dieses Bild hatte ich im Kopf, bevor ich nach Sansibar geflogen bin. Und genau dieses Bild ist auch nicht falsch. Aber es ist eben nur ein Teil der Realität.

Wie an jedem anderen Ort auch, gab es ein paar Überraschungsmomente. Dinge, über die man vorher kaum nachdenkt, die aber vor Ort plötzlich relevant werden.

Wenn ich heute nochmal nach Sansibar reisen würde, würde ich vieles genauso machen. Aber ich würde mit einem anderen Blick hingehen. Und genau diesen Blick möchte ich dir hier mitgeben, damit du bestens vorbereitet bist.

Was vor der Reise zu tun ist

Hotel und Flug buchen reicht als Reisevorbereitung für Sansibar leider nicht. Hier bedarf es ein wenig mehr Vorbereitung.

Nichts Dramatisches, aber ein paar Dinge solltest du wirklich vorher klären, damit du vor Ort nicht unnötig Stress hast oder im schlimmsten Fall gar nicht erst einreisen darfst.

Das Thema Visum ist zum Glück relativ unkompliziert, aber du solltest dich trotzdem rechtzeitig darum kümmern. Du kannst es entweder vorab online beantragen oder direkt bei der Einreise holen.

Beides funktioniert, aber vor Ort kann es je nach Andrang ziemlich chaotisch werden. Wenn du nach einem langen Flug einfach nur ankommen willst, lohnt es sich definitiv, das Visum vorher online zu machen. Es kostet aktuell um die 50 Dollar und du brauchst deinen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist.

Was ich vorher absolut nicht auf dem Schirm hatte, ist diese verpflichtende Versicherung für Sansibar. Die musst du zusätzlich abschließen, auch wenn du schon eine Auslandskrankenversicherung hast.

Klingt erstmal unnötig, ist aber tatsächlich Pflicht. Ohne diesen Nachweis kann es dir passieren, dass du Probleme bei der Einreise bekommst. Die Versicherung ist nicht teuer und lässt sich online innerhalb weniger Minuten abschließen, aber du solltest es einfach vorher erledigen, damit du es nicht am Flughafen zwischen Tür und Angel machen musst.

Apropos Nachweise: Speichere dir wirklich alles offline ab. Visum, Versicherungsbestätigung, Flugtickets, Hotelbuchung. Das Internet am Flughafen oder generell unterwegs ist nicht immer zuverlässig und du musst einige Dokumente und Bestätigungen immer mal wieder vorzeigen.

Ein weiterer Punkt, den ich unterschätzt habe, ist Bargeld. Auf Sansibar läuft noch sehr viel über Cash, und nicht jede Karte wird überall akzeptiert. Es lohnt sich, entweder schon vorher ein paar Dollar mitzunehmen oder direkt am Flughafen Geld abzuheben. Achte darauf, dass die Scheine möglichst neu sind, ältere oder beschädigte Dollars werden teilweise nicht angenommen.

Mir ist es tatsächlich passiert dass erst meine Kreditkarte im Automaten stecken geblieben ist und dann gab es auch noch Ausfälle der Bankautomaten so dass wir an gar kein Geld mehr kamen. Es ist also wirklich empfehlenswert, einige Bargeldreserven mitzunehmen.

Und ganz banal, aber wichtig: Check deinen Impfstatus und informiere dich über empfohlene Impfungen. Es ist nichts, was man auf die letzte Minute schieben sollte, weil manche Impfungen mehrere Wochen Vorlauf brauchen. Pflichtimpfungen gab es keine, aber sicher ist sicher.

Sansibar ist viel kontrastreicher als man denkt

Was ich komplett unterschätzt habe, ist, wie unterschiedlich die Insel sein kann, je nachdem wo man sich aufhält. Ich bin ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass sich alles irgendwie ähnlich anfühlt. Insel ist Insel, Strand ist Strand. Die Realität ist deutlich vielseitiger.

Je nachdem, wo du bist, verändert sich nicht nur die Landschaft, sondern auch das gesamte Gefühl. Die Ostküste wirkt oft rauer, ursprünglicher und weniger touristisch durchgeplant. Gleichzeitig hast du dort diese extremen Gezeiten, die alles nochmal verändern.

Im Norden hingegen fühlt sich vieles deutlich touristischer an, und genau wie auf den Bildern die man kennt. Mehr Infrastruktur, mehr Hotels, mehr dieses typische Urlaubsgefühl, das man erwartet.

Wenn du noch nicht so richtig weißt für welchen Ort du dich entscheiden sollst, dann schau gern mal in meinem Reisebericht und den Tipps zu Aktivitäten vorbei. Die richtige Hotelwahl kann da schon sehr viel erleichtern.

Gepflogenheiten vor Ort

Sansibar gehört zwar zu Tansania, ist aber überwiegend muslimisch geprägt. In Hotelanlagen und am Strand interessiert es niemanden, ob du im Bikini oder in Badehose unterwegs bist. Sobald du aber durch Stone Town oder kleinere Dörfer läufst, solltest du aus Respekt Schultern und Knie bedecken.

Zum Thema Sicherheit kann ich persönlich nur berichten, dass wir auch nach Sonnenuntergang noch zu Fuß unterwegs waren und uns dabei nie unsicher gefühlt haben.

Allerdings waren wir auch in touristischen Gebieten unterwegs und es gilt wie überall auf der Welt, dass man auf Wertsachen achten und abgelegene Gegenden nachts eher meiden sollte. Mit normalem Menschenverstand hatten wir aber zu keinem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl.

Beim Essen und Trinken musste man überraschend wenig beachten. Leitungswasser solltest du allerdings grundsätzlich nicht trinken und auch zum Zähneputzen haben wir ausschließlich Wasser aus Flaschen verwendet. Trinkwasser bekommst du in jedem kleinen Laden und in den Hotels meist ebenfalls problemlos.

Ebbe und Flut bestimmen alles

Eines der Dinge, die ich zwar vorher gelesen habe, aber nicht wirklich beachtet habe, war das Thema Ebbe und Flut.

Vor Ort wurde mir dann ziemlich schnell klar, dass sich der gesamte Tagesablauf danach richtet.

Es gab wirklich Momente, in denen wir an den Strand gingen und einfach eine Runde baden wollten. Und stattdessen gab es einfach nur freigelegten Meeresboden, während das Wasser irgendwo am Horizont war.

Bevor du also irgendwelche Aktivitäten planst, solltest du den Flutkalender checken. Im Schnitt wechseln sich Ebbe und Flut wohl alle sechs Stunden ab.

Infrastruktur funktioniert nicht so wie du es kennst

Ein Punkt, der mir relativ schnell aufgefallen ist, war die Infrastruktur. Die Straßen sind teilweise in einem Zustand, den man aus Europa nicht kennt. Gehwege gibt es oft nicht und gerade abends sollte man ein bisschen aufpassen, wo man hintritt.

Gerade in Stone Town sind die Gassen so schmal, dass Taxis teilweise gar nicht bis zum Hotel heranfahren können. Hier wird alles fußläufig oder auf dem Moped erledigt.

Dafür kann man die meisten Transfers und Taxen schon entspannt im Voraus buchen, um sich den Stress zu ersparen. Das haben wir gemacht und sind damit preisgünstig über die gesamte Insel von A nach B gekommen. Hier kannst du zum Beispiel einen Flughafentransfer bis nach Stone Town ab 10€ buchen.

Für kurze Strecken kann man auch spontan einen Tuktuk Fahrer auf der Straße buchen, das kostet nur wenige Euro. Davon abgesehen muss man sich aber auch einfach ein Stück weit darauf einlassen, dass nicht alles perfekt geplant ist. Das ist eben das typische „pole pole“ Mindset.

Geld und Bezahlen sind ein eigenes Thema

Wie bereits schon erwähnt, ist das Thema Geld nicht zu vernachlässigen.

Viele Dinge laufen über Bargeld. Restaurants, Fahrer, kleinere Shops. Selbst wenn Kartenzahlung möglich ist, funktioniert sie nicht immer zuverlässig oder es kommen zusätzliche Gebühren dazu.

US-Dollar werden fast überall akzeptiert, aber auch hier gibt es kleine Details, die man vorher nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Scheine sollten möglichst neu sein, kleine Beschädigungen werden teilweise nicht akzeptiert.

Die Bezahlung in Euro(scheinen) ist meistens auch möglich, allerdings zu einem schlechteren Kurs als USD. Deswegen würde ich dir raten, entweder US-Dollar oder Sansibar Schilling zu besorgen.

Im Nachhinein würde ich immer mit ausreichend Reserve reisen, einfach um flexibel zu bleiben.

Internet und Strom sind nicht selbstverständlich

Ein weiterer Punkt, der dir sehr schnell auffallen wird, ist wie wenig selbstverständlich Dinge sind, die für uns eigentlich komplett normal sind.

Internet gehört dazu. Strom gehört dazu. Und auf Sansibar ist beides… sagen wir mal, flexibel.

Es gibt Tage, da funktioniert alles problemlos. Und dann gibt es Tage, da geht plötzlich nichts mehr. Beim Duschen geht plötzlich das Licht aus und man steht im dunklen. Auch beim Laufen auf der Straße kann es auf einmal finster werden.

WLAN ist oft langsam oder fällt komplett aus. Stromausfälle passieren einfach und gehören zum Alltag. In vielen Unterkünften gibt es Generatoren, aber eben nicht überall und nicht immer sofort.

Ich würde heute jederzeit wieder eine eSIM vor der Reise installieren, ich habe dir hier mal eine passende Option rausgesucht. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten und du bist direkt nach der Landung online. Ich habe die 5GB Variante gewählt und kam damit gut zurecht.

Da wir direkt zu Beginn schon unseren Taxifahrer vermisst haben war es sehr praktisch, dass ich direkt schon Zugang zum Internet hatte.

Auch wenn das Netz während unseres Aufenthalts aufgrund der Wahlen mehrere Tage komplett ausgefallen ist, würde ich auf mobiles Internet trotzdem nicht verzichten.

Du wirst ständig angesprochen

Ich kenne das zwar bereits aus vielen anderen Ländern, aber aus Sansibar war das nochmal ein anderes Level. Vor allem in Nungwi sind die so genannten „Beach Boys“ sehr präsent.

Sobald du das Hotel verlässt wirst du regelmäßig angesprochen. Natürlich wollen sie dir Dinge verkaufen, Touren anbieten, aber auch romantische Intentionen sind nicht ausgeschlossen.

Am Anfang waren wir noch offen und freundlich, was dann meistens dazu führte dass sie nicht mehr locker ließen. Am besten ist ein klares und freundliches nein, und anschließend gar nicht mehr auf englisch antworten. Dann lassen sie meistens ab.

Zeitgefühl verändert sich komplett

Das ist wahrscheinlich das, was sich am schwersten greifen lässt. Die Zeit fühlt sich auf Sansibar anders an.

Nicht im Sinne von langsamer oder schneller, sondern einfach weniger strukturiert. Die Dinge dauern länger, Pläne verschieben sich, nicht alles läuft nach Plan.

Bei einem klassischen All Inclusive Urlaub fällt das wahrscheinlich gar nicht so ins Gewicht. Wenn du aber wie wir eine kleine Rundreise mit verschiedenen Aktivitäten planst, dann geh die Sache lieber etwas flexibler an und plane nicht vorher alles strikt durch.

Fazit

Sansibar ist ein wunderschönes Reiseziel, aber kann durchaus chaotisch sein und benötigt eine gewisse Flexibilität.

Falls du natürlich einfach eine Pauschalreise buchst, entfallen sicherlich einige der Herausforderungen. Aber das macht die Reise eben auch weniger authentisch.

Ich würde jederzeit wieder hinreisen und hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel zumindest einige Überraschungen ersparen.

Schau auch gern nochmal bei den Aktivitäten vorbei, damit du auch da keine bösen Überraschungen erlebst.

Bis zum nächsten Mal!


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